Abt. Grossstadtpresse

Samstag, 28. Juli 2007

wort & wörtlich

Jaja lieber "och" - Latein müsste man können - dieser Beitrag ist schon fast ein casus belli gegen die Sprache der alten Römer...: "alea iacta est" (ich hab' auch schon "alea iacta sunt" gehört !) heisst in Wirklichkeit "DIE WÜRFEL sind gefallen", also Plural, weil "alea" (alea, aleae, feminin) genau übersetzt "DAS WÜRFELSPIEL" heisst. Wie im Artikel so schön geschrieben, fremdsprachige Sprichwörter und Weisheiten sollten eben schon sitzen, ansonsten sie zur unweisen Peinlichkeit gereichen !

Dienstag, 8. August 2006

Schlecht abgeschrieben ...

... und auch das nicht recht verstanden hat die beste aller Zeitungen ein vermeintliches Brecht-Zitat. Dummerweise stammte das Zitat nicht von Brecht, sondern von Constantin Seibt. Die ganze unrühmliche Geschichte gibt es hier.
Quizfrage: Wie heisst der "ein wenig kryptisch schreibende" baz-Musikkritiker, der Seibt auf den Leim gekrochen ist?

Freitag, 21. Juli 2006

Jedem Bärgli sy Drämmli

Jetzt erhält auch der Spalenberg sein Tram - und erst noch gefedert (höchstwahrscheinlich des Theaters Fauteuil wegen) ; Frau Cerletti-Sarasin sei Dank ! Und die Basler Stiftung "Bau und Kultur" von Frau Cerletti hat nach eigenen Angaben noch einiges vor. Freuen wir uns also auf weitere Tramlinien am Heuberg, Gemsberg, Münsterberg, Klosterberg, Nadelberg und auf die Standseilbahn am Leonhardsberg...! Aber stopp - zu früh gefreut, P.Marcolli hat sich bloss im Berg vergriffen; aber dies immerhin im Sub-Titel...

Samstag, 15. Juli 2006

BaZ hört sogar das Gras wachsen !

In der E-Paper-BaZ vom 15. Juli legt der geneigte Redaktor sogar sein gespitztes Ohr auf die Niederungen der Grasnaben...

In den Quartieren formieren sich Graswurzelbewegungen gegen den Konzertsaal am Barfüsserplatz

Da kann ich den Hadid-Fans unter den Zeitungsmachern (da v.a. Christoph Heim) nur noch raten, sofort die Rasenmäher anzuwerfen.

Freitag, 28. April 2006

Preiserhöhung

Seit einiger Zeit kostet die Samstags-BaZ drei Franken. Bis heute ohne Mitteilung und Erklärung. Ich suchte bisher Erfolg los nach einer Begründung für diesen Preisaufschlag. Die Samstags-Ausgabe der BaZ unterscheidet sich am Kiosk bloss durch den beigelegten Stellefanten von der Werktags-Ausgabe; das Tagi-Magazin erhalten ja ausschliesslich die Abonnenten. Bye-the-way, die bz kostet noch immer und täglich sechs Batzen...
Weiss jemand mehr ?

Freitag, 24. Februar 2006

Der arme Fürst

Da gibt sich jemand (Reto Graf, Baslerstab, 24.02.06) aber gewaltige Mühe, von der BaZ entdeckt und abgeworben zu werden. Genetiv mässig hat er den BaZ-Standard schon erreicht.
Die Miene des Fürstes auf der halbleeren Tribüne verfinsterte sich mehr und mehr, bis der Schlusspfiff dem Ganzen ein Ende machte.

Donnerstag, 5. Januar 2006

Organisierte Rufschädigung

Die baz liefert derzeit ein schönes Beispiel, wie eine Rufschädigung so vor sich geht. Es braucht dazu einen wirren Text, bei dem der Eindruck entsteht, eine Person sei in ein Verfahren verwickelt, in das sie gar nicht verwickelt ist. Die baz von gestern macht das so: Im Lead des Frontaufhängers geht es um ein Strafrechtsverfahren, bebildert wird das Ganze über vier Spalten mit einer Ständerätin. Unvermeidlicher Eindruck: Das Verfahren richte sich gegen sie. Zusammen mit einem möglichst ungünstigen Titel ("Affäre bleibt im Dunkeln") suggeriere man zudem, nur diese Frau hätte Klarheit schaffen können, was sie aber eben gerade gar nicht kann, weil das Verfahren ja in Tat und Wahrheit nicht sie betrifft.
Weiter lasse man einen unzuständigen Experten zu Wort kommen. Im konkreten Fall ist es ein Stiftungsrechtsexperte, der zu einem Strafverfahren von Bankgeheimnisverletzung und unzulässiger Annahme von Kundengeldern zu Wort gebeten wird.
Dienlich ist es auch, durch negative Wortwahl den Eindruck noch zu verstärken ("verbandelt") und Fakten gezielt wegzulassen (die Stiftungsaufsicht wurde von Zanetti und Fetz eingeschaltet, was der Artikel aktiv verschweigt).
Ebenso dienlich ist es, hierauf in einem unmotiviert erscheinenden letzten Absatz zu suggerieren, das Handeln einer Person sei selbstsüchtig (im konkreten Fall: wegen wirtschaftlicher Konsequenzen habe die Kritisierte wohl ein Konto aufgelöst und für sich beantsprucht).
Dann lasse man das tags darauf (im Sinn einer Fortsetzungsgeschichte) von der politischen Konkurrenz und von einem chronisch unzureichend informierten Kommunikationsmann, dessen letzter Arena-Auftritt peinlich genug war, gebührend kritisieren. Hernach fordere man die geneigte Leserschaft mit rhetorischer Fragestellung dazu auf, gezielt Dampf abzulassen. Wie solche Fragen aussehen, erfährt man beispielsweise durch Lektüre des letzten NZZ-Folios zu Statistiken und Umfragen; im konkreten Fall wird der Dampf gewonnen durch die Aufzählung einiger nachweislich falscher Behauptungen (die als Fakten apostrophiert werden), am besten mit einer möglichst schlechten Foto der Kritisierten. Diesen unweigerlich negativen Dampf wiederum kann man als Chef Recherche dann mit scheinheiligem Verweis auf die neutrale, aussenstehende Kritik und auf ein vorgeschobenes öffentliches Interesse der Kritisierten unterbreiten, die also letztlich auf die Unklarheiten reagieren müsste, die der Chef Recherche selbst zu verantworten hat. So einfach geht das.
Derzeit zu verfolgen in der "besten aller Zeitungen". Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die Zeitung es nicht einmal schafft, den Vornamen der Ständerätin fehlerfrei zu schreiben. Sie heisst heute "Antia": Zwischenablage01b (jpg, 14 KB)

Samstag, 25. Juni 2005

Stammtischwitz

In region.stadt von heute hat sich der Seitenproduzent als gedankenlos oder als Mann geoutet. Der Titel zu Urs Buess' Interview mit SP-Präsident Beat Jans ist - wie so üblich - ein Zitat: «Säen finde ich schöner als ernten».
Dagegen wäre ja nichts einzuwenden. Bloss erklärt der Untertitel dann: Beat Jans wird im November Vater und gibt deshalb das SP-Präsidium ab.

Ist der Witz beabsichtig, dann ist das ziemlich peinlich. Ist er es nicht, dann ist das immer noch peinlich, aber zumindest baz-konsistent...

Sonntag, 12. Dezember 2004

Abt. baz-Recherchen oder: Wie man einem Ex-Amokläufer eine Plattform bietet

Wie gut oder eben nicht gut der baz-Lokalchef Dr. Robert Bösiger ist, wissen wir ja schon.
Er ist kein Einzelfall. Die "Wir-brechen-den-Basler-Filz"-Zeitung hat ein atemberaubendes Anti-Filz-Interview geführt mit einem Jürg A. Lutz, selbsternanntem Anwärter für das FDP-Präsidium (baz, 9.12.2004, S. 21). Die baz lässt den Mann munter und unkritisch zu Wort kommen. Die erstaunlichste Aussage von Lutz, die vom Interviewer unhinterfragt geschluckt und gedruckt wurde:

Nach einem gesundheitlichen Time-out bin ich wieder gut in Form.

Mit Verlaub, Herr Martin Matter: Der Anwalt Lutz, diese "sehr spontane, extravertierte Natur", ist entgegen Ihrer Annahme eben gerade nicht unbekannt. Er ist im Gegenteil in Basel so bekannt, dass die NZZ am Sonntag schreibt:

Was der Kandidat nicht sagte und die Basler Zeitung nicht schrieb: Lutz hatte im Dezember 1996 während eines Amoklaufes auf den Pfarrer und den Sakristan der Genfer Kirche Notre-Dame geschossen. Lutz verletzte beide und wurde verurteilt.

Freitag, 3. Dezember 2004

Der Verleger spricht

baz-Verleger Hagemann im persönlich-Interview

Selbstverständlich nehmen wir konstruktive Kritik aus unserer Leserschaft auf und optimieren die Zeitung laufend. Steht hinter der Kritik ein gerechtfertigtes Anliegen, wollen wir dieses auch berücksichtigen, das ist ja in unserem Interesse. Jedoch gilt dieser Anspruch keineswegs für alle Vorwürfe, die an uns herangetragen werden. Solange man uns mit Boykotten sowie Petitionen an die Konkurrenz begegnet und uns so unter der Gürtellinie traktiert, besteht für uns keine Chance, zum Gespräch zu finden. In dieser Kulturdebatte gibt es zudem eine Gruppe von Fundamentalisten, die von Beginn weg über die baz hergezogen sind und nun unsere Rubrik „ausgehen“ als Aufhänger ihrer Kampagne benutzen. (...) Zum Inhalt des besagten Artikels will ich nicht Stellung nehmen. Nur soviel: Der Text von Jost auf der Maur ist ein ganz übles Machwerk. Er zeichnet sich aus durch eine unglaubliche Einseitigkeit und zeugt vor allem vom bekanntermassen gespaltenen Verhältnis des Autoren zu Basel und zu unserer Zeitung, das er früher bereits in Facts und der Weltwoche abgearbeitet hat. Er therapiert sich offenbar schreibenderweise.

Gesammelte Bazismen

Die baz (Basler Zeitung) ist die beste Zeitung der Welt und ich bin ihr Prophet! It's a dirty job, but somebody's got to do it! language is a baz-illus! Hier können übrigens alle mitschreiben. Alle mit einem twoday-account. Und der ist gratis! Feedback via "bazismus @ mac.com".

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