Freitag, 28. Oktober 2005

Inkognito

Ein interessanter Artikel heute auf Seite drei, Herr Buess, über die regionale Bloggerszene. Inkognito ist das richtige Wort für die UBOs, die "unidentified blogging objects". In höherstehenden Kreisen der Kulturschaffenden nennt man dies auch Pseudonym. Vielleicht ein adäquates Mittel in der regionalen Szene der Tageszeitungen, die nicht gerade durch Vielfalt geprägt ist, digitaler Mahnfinger zu sein. Oder eben nur ein kaum wahrgenommener Geist in der Bloggerszene.

(Der Artikel liegt leider nicht im freien Bereich von www.baz.ch, deshalb auch keine Zitate)

Dienstag, 25. Oktober 2005

Es ist immer noch nicht aller SaboTage Abend!

Die BaZ verspricht auf www.baz.ch

NEUE ENTWICKLUNGEN IM FALL SABO AM MITTWOCH IN DER BAZ

Wer kann das noch hören resp. lesen? Genug ist genug. Ohne die sauren Gurken und und die leeren geistigen Fleischtöpfe der BaZisten wäre das Thema in zwei bis drei Beiträgen erschöpfend abgehandelt worden. Vertiefung hätte es im Röschenzer Boten gefunden. Aber nein: zwischen den parkierten Autos auf dem Münsterplatz und den (ebenfalls von den um Themen verlegenen BaZisten angestachelten) potentiellen Nachfolgern eines potentiell olympischen Eventuellbaldaltregierungsrates musste ein weiteres Sujet her. So bekam Sabo neben der Kanzel ein weiteres Podium der Selbstdarstellung. Und die Leser nach wie vor nichts Interessantes und Relevantes vorgesetzt.

Die grosse Hoffnung war die Vogelgrippe (obwohl Bischof Vogel leider nicht mehr im Amt ist). Der genervte BaZ-Konsument hoffte auf den herbstliche Aufwisch und die Bereinigung des dürftigen Inhalts unseres Lokalblättchens. Nicht die Bohne. Die obersauren Gurken in der Redaktionsstube wollen nicht weg. Sabo Sabo noch einmal, es war so wunderschöööön....

Montag, 24. Oktober 2005

Don't panic!

Man kommt sich vor wie in "the hitchhikers guide to the ga'baz'y" bei der Lektüre des Artikels von Julia Konstantinidis auf der Frontseite und möchte der Dame in Douglas Adamscher Manier zurufen "Don't panic!":

Kein Fussball bei Pandemie - Sollte sich das Vogelgrippe-Virus zu einer Pandemie auswachsen, treffen die Basler Behörden rigorose Vorkehrungen. Öffentliche Anlässe wie Fussballspiele oder Konzerte würden abgesagt. Der Öffentlichkeit würden Verhaltensregeln angeordnet - etwa Händewaschen oder der Verzicht auf Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln.

Halten wir zunächst fest: Ein Virus kann sich nie zu einer Pandemie auswachsen, auch wenn es sich noch so sehr anstrengt. Und was auf Basel zukommt, sofern die dunkelsten Phantasien von Konstantinidis und Kantonsärztin Witschi Realität werden (siehe Böcklins Pest), geht wohl über das staatlich verordnete Händewaschen und abgesagte FCB-Spiele (das hätt ja vielleicht auch Vorteile...?) hinaus. Insofern frag ich mich, ob der Titel "Kein Fussball bei Pandemie" nur dumm oder schon zynisch zu nennen ist. Billige Stimmungsmache ist es zum jetzigen Zeitpunkt allemal.

Samstag, 22. Oktober 2005

Grauenhaft: Massenlager statt Hotel

Heute auf Seite 1:
Massenlager statt Hotel - wegen «Wilma»

AUF DER FLUCHT. Der gefährliche Hurrikan Wilma hat Mexiko erreicht: Der Wirbelsturm peitschte am Freitag mit Windgeschwindigkeiten von 230 Kilometern pro Stunde und sintflutartigen Regenfällen über die Insel Cozumel hinweg. In Cancún auf der Halbinsel Yucatán wurden fast 50 Hotels evakuiert, die Touristen in Sporthallen provisorisch untergebracht (Bild). Auch 314 Schweizer sollen sich in Sicherheit gebracht haben. Auf Kuba und in Florida wird Hurrikan Wilma, der ein Auge von 65 Kilometer Durchmesser besitzt, ebenfalls gefürchtet.


Die Tatsache, dass Touristen (es hat - juhu - auch Schweizer dabei!) von "Wilma" aus ihren komfortablen Hotels in Massenlager vertrieben wurden, ist der BaZ von heute einen Blickfang wert. Auf der ersten Seite dominiert eine Grossaufnahme von reichen Schluckern, wie sie - igittigitt - auf Matrazen schlafen müssen.

Als nächstes wird uns wohl noch eine Grossaufnahme einer zerstörten über 1000fränkigen Kamera oder eines ruinierten Designer-Pullovers eines Schweizers aus dem Erdbebengebiet in Asien verbunden mit einem Erlebnisbericht über ein kaltes Nachtessen zugemutet.

Das ist ja nicht nur peinlich sondern widerlich, mit welcher Arroganz die Blattmacher die erste Seite gestalten und generell Katastrophen medial ausschlachten.

Ach ja: auf Seite drei steht noch etwas mehr. Aber das Grauen der armen Touristen ist schon wichtiger.

Freitag, 21. Oktober 2005

netzted + Kontroversumfrage: der höhere Blödsinn der Manipulation

Auf dem Internet kann man heute lesen:

Basel. baz. Die Idee, anstelle des VBS ein Bildungsdepartement zu schaffen, stösst auf viel Wohlwollen. In der Kontrovers-Umfrage von baz.ch stimmten 70 Prozent der Teilnehmer dafür. Bildung, Forschung und Innovation sollen künftig unter dem Dach eines neuen Departements vereint werden....

Anscheinend unterstützen "die BaZ-Leser" die Motion des Ständerates. Und die BaZ-Leser sind ja "die Basler" schlechthin. Denkste. Es haben gerade mal 204 Clicks abgestimmt. Nicht 204 Personen, 204 Mausklicks von maximal 204 Personen. Diese Internet-Umfragen namens netzted oder Kontroversumfragen sind höherer Blödsinn um nicht zu sagen böswillige Manipulation. Es machen je nach reisserischer Fragestellung sage und schreibe 200-300 Internetklicker mit. Ich gehöre schon lange nicht mehr dazu, seit ich seinerzeit eine Umfrage regelmässig durch Eingaben so ergänzt habe, dass es zum Schluss 50:50 stand. Und ich weiss von einem, der eine andere Umfrage derart einseitig manipuliert hatte, dass sogar die BaZ es merkte (als es etwa 1000 ja-Stimmen hatte innerhalb einer Stunde....).

In der Zwischenzeit sind sie schlauer geworden, haben Cookies gesetzt, dann die Resultate erst am Schluss publiziert, später überprüft, ob man sich Cookies setzen lässt. Wer heute das Resultat in seinem Sinne beeinflussen will, muss entweder an allen erreichbaren PCs Eingaben machen, was gerade bei Mitarbeitern in Grossfirmen leicht sein dürfte, oder er alarmiert seinen Stammtisch. 20 Eingaben entsprechen ungefähr 10%.

Nur: die BaZ verkauft dann diese Resultate, denen jede Relevanz abgeht, in der Schlagzeile als Wahrheit. Erst wer den Text sorgfältig durchliest und im Internet mindestens ein Stufe weiterklickt, entdeckt den Schwindel.

Gut, die Fragen sind meistens sehr differenziert, wie etwa heute: Vogelgrippe - unternimmt der Bund zu wenig? Also klicken Sie unbedingt ja, wenn Sie finden Bundesrat Couchepin sollte den Virus besser verbreiten, oder die Roche verstaatlichen, oder Zugvögel abschiessen oder was auch immer. Morgen haben wieder ca. 200 Leser ihren auswertbaren Senf zum Thema eingegeben.

Ach ja: 80% wollen die BaZ auf 18Minuten umtaufen. Ich fragte fünf Freunde und vier waren dafür :-)

Gesammelte Bazismen

Die baz (Basler Zeitung) ist die beste Zeitung der Welt und ich bin ihr Prophet! It's a dirty job, but somebody's got to do it! language is a baz-illus! Hier können übrigens alle mitschreiben. Alle mit einem twoday-account. Und der ist gratis! Feedback via "bazismus @ mac.com".

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