Samstag, 22. Mai 2010

Corrigendum

Neue BaZ - altes Problem: Nachdem das alte Lektorat dem Rotstift zum Opfer gefallen war (schon vor geraumer Zeit), führt die neue BaZ nun eine eigene Rubrik "korrekt" ein. Man hat gemerkt, dass man eine Zeitung auch so mit Inhalt füllen kann...! Als Nächstes wird dafür höchstwahrscheinlich eine eigene Redaktion geschaffen...

Dienstag, 11. November 2008

GL-Mitglied der BaZ-Medien schnorrt Alter herunter

schnorro_at_youtube_aged_23
Ein Basler-Zeitung-Medien-Geschäftsleitungsmitglied behauptet auf Youtube, 23 zu sein.

Wie sich das Geschäftsleitungsmitglied, das auf seinem Blog Transparenz als "Grundlage der Glaubwürdigkeit des Schreibers" bezeichnet, nicht besonders glaubwürdig herausschnorron dürfte: Nicht er sei 23, sondern sein Unternehmen. Dumm nur, dass
  • einerseits das Unternehmen eine juristische Person ist (er aber eine natürliche) und dass
  • anderseits nicht das Unternehmen auf Youtube zu sehen ist, sondern er, und dass
  • schliesslich sein Unternehmen laut seiner Website erst 22 ist.
Vielleicht wird dieses BaZ-GL-Mitglied auch den Standpunkt vertreten, dass Wahrheit ein flexibles Konstrukt sei. Wir sind gespannt.

Mittwoch, 29. Oktober 2008

Chronik eines angekündigten Endes

Ein chronisch überbewertetes Online-Portal eines ebensolchen Trompeters meldet, was die Spatzen seit Monaten von den Dächern pfeifen und die veröffentlichten Zahlen trotz anderslautenden Begleittexten nahelegen: Es geht der Besten aller Zeitungen schlecht.

Es geht ihr sogar derart schlecht, dass sie zum Einen die inhaltliche (!) Kooperation mit der nicht gerade hochstehenden Gratispostille Baslerstab forciert, zum Anderen Abgänge in der Redaktion nicht mehr ersetzt und zum Dritten die Zeitung schon wieder neu ausrichten will.

Da sie dazu aber keine neue Mittel wird freisetzen können, kann das nur eines bedeuten: weniger Zeitung - also eine quantitative Annäherung an Gratisblätter. Die neue Beste aller Zeitungen soll aber besser gemacht sein - also eine qualitative Distanz zu Gratisblättern. Ja, die Neue soll so gut sein, dass die Leute sogar dafür bezahlen wollen (was ja nur heisst, dass die BaZ auch in den Augen der Chefredaktion heute so miserabel ist, dass immer weniger Leute bereit sind, für sie zu bezahlen).

Auf einen positiven Ausgang würde ich keine einzige UBS-Aktie wetten. Es ist eher als Chronik eines angekündigten Endes zu verstehen.

Samstag, 13. September 2008

Nabel der Welt

In der heutigen BaZ ist der Ausland-Teil, der beim "Blatt vom Nabel der Welt" international heisst neu wieder vor dem Teil schweiz. Der offensichtliche Grund dürfte im gelungenen Artikel zum Thema "Basel als Nabel der Welt" sein. Dieser wohl nicht ganz ernst gemeinte Artikel bestätigt aus Sicht der Bewohner des Mittellandes bloss die Ansicht, der übertriebene Basler Lokalpatriotismus sei ein untrügliches Zeichen für deren Minderwertigkeitsgefühle gegenüber Downtown Switzerland. Als Krönung der Seite werden Antworten von Passanten vom Bellevue wiedergegeben; die Frage an sie: Wer ist der wichtigste Basler ?
Diese Interviews zeigen doch eines klar: Der Nabel der Welt, oder wenigstens der Schweiz, ist und bleibt Downtown Switzerland !

Mittwoch, 20. August 2008

bazonline.ch schützt vor Torheiten nicht

Gerne hätte ich das einjährige Jubiläum des letzten Eintrags abgewartet, aber die Aktualität zwingt zu vorzeitigem Erscheinen.

Seit vorvergangener Woche beglückt uns die beste aller Zeitungen mit einem Newsportal, das mehr Portal als News ist und an Unübersichtlichkeit von chinesischen Stadtplänen nur noch knapp geschlagen wird. Und weil gerade Wahlkampf in den besten aller nicht-chinesischen Städten ist, wird jetzt auch online munter drauflos fabuliert.

Wie das Internet den Wahlkampf aufmischt heisst ein Beitrag, der mehr Wunschdenken als Wirklichkeit ist. Das fängt beim Handwerk an. "Immer mehr..." kennzeichnet Artikel, deren Verfasser/innen zu faul oder nicht informiert genug sind, sich verlässliche Zahlen zu besorgen. Anders gesagt: Da wird ein Trend herbeigeschrieben, den es gar nicht gibt.

Besonders peinlich ist, dass dieser (nicht existierende) Trend auch noch vom Portal selbst begründet sein möchte, wie verzückt gemeldet wird: "Mit den Parteienblogs stellt baz.online Kandidierenden und Wählenden in Basel erstmals die Plattform für diesen Austausch zur Verfügung." So sieht das Resultat denn auch aus. Es ist zum Gähnen.

Dabei hatten sich die Macher/innen so viel von diesem bazblog versprochen. Amerikanische Vorbilder werden dort zitiert und querverlinkt.

Und es wird noch hübscher. Denn der Segensanspruch, den bazonline uns bereithält, ist dieser:
Aber auch für die Wählenden endet die Kommunikation nicht mehr mit dem Ende der Podiumsveranstaltung oder mit dem Abdruck eines Leserbriefs. Eine unbefriedigende Antwort erhalten? Kein Problem, einfach nachhaken. Dafür ist die Kommentarfunktion schliesslich da. Wer gewählt werden will, wird sich kaum um die Antwort drücken.

Dumm nur, dass in der Kälte des Gefechts übersehen wird, dass die hochgejubelte und querverlinkte Obama-Seite gar kein Obama-Blog à la bazonline-Plage ist, sondern lediglich ein Pro-Obama-Blog. Wer dort Obama schreiben will, wird lange auf eine Antwort warten. Womit, in der etwas besonderen Logik des Beitrags, Obama wahrscheinlich nicht gewählt werden möchte.

Kein Problem einfach nachhaken. Dafür ist die Kommentarfunktion schliesslich da - das gibt es bei bazonline übrigens nicht: Eine Kommentarfunktion ist beim zitierten Artikel nicht vorgesehen. Der Verantwortliche wird wissen, warum.

Edit, 21.8.2008: Nunmehr ist eine Kommentarfunktion aufgeschaltet.

Gesammelte Bazismen

Die baz (Basler Zeitung) ist die beste Zeitung der Welt und ich bin ihr Prophet! It's a dirty job, but somebody's got to do it! language is a baz-illus! Hier können übrigens alle mitschreiben. Alle mit einem twoday-account. Und der ist gratis! Feedback via "bazismus @ mac.com".

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