Samstag, 17. Juni 2006

Die Deponiegifte im Wasser wirken

Michael Rockenbach ist eines ihrer Opfer. Er versucht auf S.21 die Vertuschungs- und Verharmlosungspolitik der Verantwortlichen in Verwaltung, Chemie und Wasserindustrie nachzuzeichnen - nachdem Greenpeace ihn vorgestern auf das Thema "glüpft" hat. Er scheitert bereits im ersten Satz des Lauftextes:

In den drei Muttenzer Deponien liegen unzählige giftiger Stoffen.

Ob die Chemie mit ihren triefend lecken Giftdeponien überhaupt grundsätzlich schuld ist an der Existenz der Bazismen? Neue amerikanische Studien behaupten nämlich (leider find ich den Link dazu grad nicht mehr...), dass das auch im Hardwasser gefundene Hexachlorbutadien Sprachkrebs verursache.

Einmal mehr: Netz-Ted

Wie beurteilen Sie die Strafe gegen den FC Basel?

In der heutigen Ausgabe auf Seite zwei gibt "das Volk" eine Antwort.

589 haben abgestimmt. Ist das die Mehrheit der BaZ Leser, der FCB-Fans oder der Angestellten? Der BaZ genügt es auf alle Fälle.

Dienstag, 13. Juni 2006

Wer fliegt denn da?

Stefan Schuppli blickt im Wirtschaftsteil etwas neidisch auf das Parkfeld des Euroairports, wo die Jets der Reichen und Schönen stehen, mit denen sie für die Art angedüst kommen. Hauptvorteil eines Privatjets in den Augen von Schuppli:

Damit ist der auf Anonymität bedachte Fluggast nicht identifizierbar. Nachfragen, wer denn da so einschwerbt, hilft nichts: Nie und nimmer würde eine Flug- oder Handlingfirma den Namen eines Kunden nennen.

Ganz anders halten's die Fluggesellschaften der Plebejer, Swiss, Easyjet & Co. Ruft Schuppli da an, und fragt, wann denn nun Arthur Cohn (oder sonst einer der Läggerli-Prominenz) ankommen werde, dann plaudern die Damen des Call-Centers munter drauf los...??? Dabei hätte es Schuppli so einfach gehabt. Er schreibt ja, dass gestern Abend bei Beyelers im Museum die Netjetsparty stieg. Er hätte sich also einfach aus dem Büro bequemen und rechtzeitig eine Stunde lang vor dem Museum rumlungern müssen. Wenn er denn wirklich etwas hätte rausfinden wollen. Damit hätte er sich aber unbeliebt gemacht. Bei Beyelers & Co. Also spielt er lieber den Naiven, faselt von nicht identifizierbaren Promis und füllt die restlichen Zeilen mit PR-Sauce pro Netjets. Vielleicht in der Hoffnung, dass er dafür dann mal beim nächsten Promo-Anlass der Firma in so einem Schlitten mitfliegen darf...?

Kapitalismus für Anfänger

The world according to Matthias Geering, heute auf S. 3:

Bei Unikaten ist die Nachfrage meist grösser als das Angebot, darum steigt der Preis.


Von Unikaten gibt es - nomen est omen - genau 1 Stück. Da braucht's nicht viele, die sich dafür interessieren, und die Nachfrage ist grösser als das Angebot. Ab etwa 2 Interessenten. Insofern hat Geering tatsächlich recht...

Freitag, 19. Mai 2006

Ich - ES - Überich: Wer spricht?

kulturmagazin, S. 10

Frauen - "gefügig wie Kamelstuten" - Dass es auch anders geht, schildern neue Romane aus der arabischen Welt

Da muss wieder der halluzinogene Stoffe rauchende Titeldichter in der Abschlussredakation an den Tasten gesessen sein, dem sein ES ins Ohr flüsterte (oder sein Überich oder sein Unbewusstes, da streiten sich die Experten noch). Auch den Lead, vor allem dessen ersten Satz, trau ich Valentin Herzog, Autor des Lauftexts, eigentlich nicht zu:

An der Frankfurter Buchmesse 2004 entdeckte der Westen die arabische Welt

Aha! Darum die vielen Missverständnisse, weil man sich erst so kurz kennt!

Mittwoch, 17. Mai 2006

Die zweite Schande von Basel

Frontseite:

Frage zur Erlenmatt wurde gestrichen

Ein waschechter, spannender Primeur, den die baz da liefert! Ganz unzynisch gemeint. Die Vorsteherin des Geographischen Instituts, Rita Schneider-Sliwa, hat die Ergebnisse einer Studie manipuliert und deren Publikation zugunsten der Regierungslinie in Sachen Erlenmatt hinausgezögert: Eine Umfrage unter Studierenden hatte ergeben, dass die Mehrheit von ihnen sich nicht vorstellen kann, je auf dem Erlenmattareal zu wohnen. Dieses Ergebnis stand fest noch vor der Abstimmung über die Erlenmatt-Vorlage am 27. Februar 2005. Hätte dessen Bekanntwerden den Ausgang beeinflussen können? Man weiss es nicht. Und wird es nie wissen, denn Schneider-Sliwa blockierte die Herausgabe. Mit diesem Argument:

"Wissenschaftliche Fragestellungen und Ergebnisse aus der Angewandten Stadtforschung können politisch missdeutet werrden", erklärt sie. Es habe die Gefahr bestanden, dass politische Parteien des gesamten Spektrums einige Resultate instrumentalisieren würden.

Das nennt man landläufig politischen Diskurs, ist der Normalfall und in Demokratien gang und gäbe, Frau Schneider-Sliwa. Auf welchem Planeten leben Sie ganz genau?

Aus einem E-Mail von Schneider-Sliwas Assistenten, das der baz vorliegt, geht aber hevor, dass die Professorin "dem Baudepartement und Regierungsräting Schneider Geheimhaltung angeboten" hat.

Davon will die Sprecherin des Baudeps heute nichts mehr wissen - wen wundert's.

Im Herbst 2005 ist die Studie dann erschienen, ohne Aufsehen zu erregen. Doch die letzte Frage fehlt. Warum ausgerechnet die Frage zur Erlenmatt in der fertigen Studie nicht mehr vorkommt, will Schneider-Sliwa nicht näher begründen.

Liebedienerische Zensur braucht keine Begründung! Dieser aufgedeckte Fall von politisch motivierter Zensur und Manipulation wissenschaftlicher Ergebnisse steht sicher nicht alleine da. Nur erfahren wir von den anderen äusserst selten. Oder gar nie. Die Uni, resp. ihr Sprecher, stellt sich sogar schützend vor Schneider-Sliwa und ihr Vorgehen.

Die Universitätsführung hat mit Schneider-Sliwas Vorgehen kein Problem. Die "Kompetenz bezüglich Fragestellung, Inhalt und Form sowie Durchführung und Publizierung von wissenschaftlichen Arbeiten" liege in den Händen der Professorenschaft, sagt Hans Syfrig, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit.

Syfrig hat das Geschäft der Lüge, das eigentliche Wesen der PR, offensichtlich verinnerlicht. Manipulation und Zensur an der Basler Uni? Wer wollte eine zweite "Schande von Basel" riskieren? Ich verwette meinen Master of Science, dass dieser skandalöse Vorgang kein politisches Nachspiel haben wird! Ironie der Geschichte, oder volle Absicht: Die baz bringt heute auf S. 3 ein längeres Interview mit dem Wissenschaftssoziologen Scheldon Krimsky, der heute Abend einen Vortrag hält an der Uni Basel. Das Interview ziert die Spitzmarke:

Sheldon Krimsky warnt vor einer Einflussnahme privatwirtschaftlicher Interessen auf öffentliche Forschung

Angesichts Schneider-Sliwas Vorgehen müsste er wohl auch vor vorauseilendem Gehorsam gegenüber den politischen Behörden, vor Selbstzensur und vor Duckmäusertum warnen!

Miss Verständnis

region Teil, S. 15. Frauen machen alles besser. Auch Energiesparen. Interview mit Ulrike Röhr, Mitarbeiterin der "Leitstelle Gender, Umwelt und Nachhaltigkeit". Mir als einfachem Gemüt fällt da sofort "Achtung, e Durchsag von dr Leitstell BVB" ein...

Frau Röhr, nehmen Frauen und Männer Klimaveränderung unterschiedlich wahr?
Ja, (...) Während Männer auf technische Lösungen beim Energiesparen setzen, sehen Frauen die Notwendigkeit, den Lebensstil zu verändern, und sind eher dazu bereit, in dem sie beispielsweise weniger Auto fahren oder Wasser sparen.


Wasser sparen gegen Treibhauseffekt und Ozonloch? Ob das was bringt? Das frag ich nur so bösartig, weil ich ein Mann bin, der immer nach harten Fakten verlangt. Das aber ist offenbar eine weibliche Eigenschaft:

Gibt es Untersuchungen über den Zusammenhang von Geschlecht und Klimaschutz?
Es gibt Umfragen, aber das sind subjektive Daten und nicht harte Fakten.


Und als "nicht harte Fakten" sind Umfragen nicht zu gebrauchen? Sag das mal den Umfragejunkies von iso public, infras et al.

Leider gibt es keine Daten zum unterschiedlichen Energieverbbrauch von Frauen und Männern, weil nach Haushalt und nicht nach Geschlecht erhoben wird. Durch eine Erhebung nach Geschlecht könnte man feststellen, wer wofür Energie verbraucht und wo man Energie sparen kann, ohne dass dies zu Lasten anderer geschieht.

CO2-Abgabe, Energiesparrappen, Solarstromeinspeisungsvergütung: Erst wenn die - und noch viel mehr - geschlechterspezifisch abgestuft sind, kommt die Menschheit vorwärts. Halten wir fest: Männer sind per se eine Energieverschwendung. Das bestätigt jede Frau, die länger als eine Nacht mit einem Exemplar zu tun hat. Dann sind aber die Frauen die eigentlichen Energieverschwenderinnen. Oder hab ich schon wieder etwas Miss verstanden?

dramatis personä

Kulturmagazin, letzte Seite

"Smoke Fisch" basiert auf dem Drama der in Zürich wohnhaften Dramatikerin Stefanie Grob

Das Drama von der Dramatikerin. Wer hätte das gedacht?

News of the Future

S. 15, rechte Spalte, Titel:

Ein Rindvieh blockiert die Strasse

Schlimm genug. Es kommt aber noch dicker:

Wegen eines ausgebüxten Rindviehs war heute Morgen von neun Uhr an die Flughafenstrasse während rund einer Stunde teilweise gesperrt.

Ein Blick auf die Uhr: Es ist halb neun, da ich diese Zeilen lese. Wow, die baz bringt sogar die News von morgen schon heute!

Dienstag, 16. Mai 2006

Schaum vor dem Mund

Bei allen! Martin Matter, S. 15:

Beim Ausgleich passiert es: Ich schiesse in die Höhe und fuchtle johlend herum, genau wie all die anderen FCB-Freaks. Die Stimmung im Stadion kocht. Ein Traum!

Titel S. 3

Paragrafen, hart wie Gummischrot

Titel S. 15

Der Imageschaden für Basel ist sicher

tageskommentar von Robert Bös"will"iger, S. 2

Kaum in Amt und Würden, erlebt Gigi Oeri, Präsidentin des FC Basel, ihr persönliches Waterloo.

Einziger Trost: Der Kurs "Recherchieren leicht gemacht.", den die Abteilung "I+D" der baz anbietet, ungefähr auf S. 8. Der erläuternde Text beginnt mit dem Satz

Das internet ist eine tolle Sache

Wer wollte da widersprechen. Zum Ziel des Halbtages lesen wir unter anderem:

Sie wissen, was das Internet ist

Na dann...

Gesammelte Bazismen

Die baz (Basler Zeitung) ist die beste Zeitung der Welt und ich bin ihr Prophet! It's a dirty job, but somebody's got to do it! language is a baz-illus! Hier können übrigens alle mitschreiben. Alle mit einem twoday-account. Und der ist gratis! Feedback via "bazismus @ mac.com".

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Zuletzt aktualisiert: 17. Dez, 14:28

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